Samstag, 21. Januar 2017

Cholesterin - Mikrozirkulation - Arteriosklerose Teil 1

Im Jahre 2003 hatte ich meine Gedanken zum Cholesterin niedergeschrieben. Meine Ideen/Thesen sind im Grunde noch immer ein Denkanstoß. Darinnen auch Thesen zur Arterioskleroseentstehung, die mit der Mikrozirkulation zu tun haben. Darum stelle ich den Text (des Umfangs wegen in 3 Teilen) hier in den Zusammenhang mit dem Thema Mikrozirkulation.

Der Titel war/ist:

Freispruch für Cholesterin

Teil 1:

Seit vielen Jahren wird ein Unschuldiger als großer Übeltäter gegen die Gesundheit des Menschen verunglimpft und verfolgt. Es gab nie wirkliche Beweise, erst recht kein Geständnis des Beschuldigten. Allenfalls zurechtgebogene Indizien wurden und werden ins Feld geführt. Entlastendes wird nicht gesucht, vorgelegtes Entlastendes ignoriert und totgeschwiegen von den Medien. Mit der Bekämpfung des wehrlosen Opfers werden weltweit Milliarden verdient. Das arme Cholesterin.

Medizinstudenten werden regelrecht mit Hassgeschichten gegen das Cholesterin indoktriniert, jedoch wird diesen eine anständige und vollständige Ausbildung betreffend diesem für das Leben unverzichtbaren Stoff verwehrt. Auch die Lehrbücher sind betreffend dem Cholesterin und seiner Bedeutung für das Leben eher Leerbücher. Wie kann man einen Stoff, den man so wenig wirklich kennt für so viele gegen Gesundheit und Leben gerichteter Taten verantwortlich machen?

Vielleicht liegt eine Ursache dafür, dass so erfolgreich Hetzpropaganda betrieben werden kann, darin, dass vergessen wurde, dass sich Medizin zunächst und bis zu letzt als Sparte der Biologie verstehen muss. Biologisch denken hilft verstehen.

Hier ergibt sich die erste und die entscheidende Frage, wenn es um die Schuldzuweisung ans Cholesterin geht:

  • Kann eine Substanz, ohne die ein Menschen- und Tierleben (Pflanzen brauchen kein Cholesterin) nicht möglich wäre,
  • eine Substanz die in Mengen in jeder Zelle gebraucht wird und
  • ohne die die wichtigsten Hormone nicht gebildet werden könnten,
  • eine Substanz, die betreffend Bedarf starken Schwankungen unterliegt und
  • ständig verfügbar ist aus der Nahrung und durch Selbstherstellung,

kann eine solche Substanz gesundheitsschädlich sein? Biologisch gedacht nur dann wirklich, wenn sie ständig fehlt oder im extremen Übermaße vorhanden ist. Extremes Übermaß bedeutet ein Vielfaches der üblichen Menge, nicht aber einen gerade mal um 50 bis 100 % erhöhten Wert, wie man ihn bei den meisten Menschen findet, die zu man unrecht zum Opfer des Cholesterin erklärt hat und denen man dann das lebensnotwendige Cholesterin mit hochprofitablen Mitteln wegnehmen möchte.

Eine Anklage gegen das Cholesterin würde die Biologie als völlig unlogisch und von vorne herein unschlüssig ablehnen. Schon mit mittlerem Verstand wäre das nachvollziehbar. Warum kapieren das Professoren und Doktoren nicht? In jedem anderen Studienfach würden die Studenten den Professor ausbuhen und aus dem Hörsaal jagen, wenn er ähnlichen erkennbaren Blödsinn wie die „Cholesterinlüge“ (so nennt es Prof. Dr. med. Walter Hartenbach in seinen gleichnamigen Buch) vortragen würde. Doch die Mediziner nehmen das hin und plappern einfach nach.

Auch Heilpraktiker sind hier nicht besser. Wird manches aus der „Schulmedizin“ heftig kritisiert, so wird doch eine der wahrscheinlichen Fehllehren der Schulmedizin kritiklos übernommen und anti-Cholesterin-Strategien zur Perfektion entwickelt.

Um wirklich die Bedeutung des Cholesterins für die Gesundheit und seine Unschuld erkennen zu können, sollte man sich nicht in Detailbetrachtungen verlieren. Mit Details aus dem Mikrokosmos der Zellbiochemie, die oft nicht einmal sicher in den Zusammenhang eines komplexen Organismus übertragbar sind, wird eher abgelenkt, als Verständnis geweckt. Es ist hier die Regel gültig, wer kompliziert und fachtheoretisch detailliert erklärt, hat meist selbst nicht verstanden, um was es geht.



Was ist und wozu brauchen Frau und Mann Cholesterin?

Cholesterin (auch Cholesterol genannt) gehört zu den Fetten (Lipiden) und ist von seinem Molekülgerüst her gesehen am kompliziertesten aufgebaut. Während die anderen Lipide (Fettsäuren, Triglyceride) mehr oder minder einfache lange Ketten (Aneinanderreihungen) von Kohlenstoffatomen als Grundgerippe haben, wurden beim Cholesterin und den daraus entwickelten „Sterinen“ aus Kohlenstoffatomen Ringe gebildet und aneinander gefügt, was deutliche aufwendiger bei der Herstellung ist.






©Pagel

Für die, die es interessiert: Drei Ringe mit 6 Kohlenstoffatomen und ein Ring mit 5 Kohlenstoffatomen sind ineinandergefügt. Mehr als 25 Reaktionsschritte sind dazu nötig und nur möglich, wenn dazugehörige Enzyme (Reaktionswerkzeuge) vorhanden sind. Ausgangsstoff für die Cholesterinsynthese sind kleine Acetat- (Essigsäure) Bausteine. Diese sind aus allen Nahrungs- und Zellbestandteilen zu gewinnen: Kohlenhydraten (Zucker, Glucose), Fetten und Eiweißen. Allerdings muss hier wieder Aufwand getrieben werden, diese Acetatbausteine mit Hilfe von Enzymen in Reaktionsabläufen herzustellen.

Einfacher ist es, wenn fertiges Cholesterin mit der Nahrung in den Körper aufgenommen wird. Doch auch wenn Cholesterin in der Nahrung fehlen würde, würde sich der Körper behelfen können und Cholesterin selbst herstellen. Das ist eine biologische Regel: Ein Stoff, der massenweise und in schwankenden Mengen gebraucht wird, kann im Regelfalle selbst hergestellt werden. Das erklärt, warum cholesterinarme oder gar cholesterinfreie Ernährung nicht zu einem wirklich deutlichen Abfall oder Anstieg des Cholesterins im Körper führen kann. Jede Körperzelle kann Cholesterin herstellen aber hauptsächlich die Leber und der Darm sind im üblichen Ablauf die Produzenten.

Nach der Logik der Biologie ist der Cholesteringehalt im Körper (im Blut) nicht nahrungsabhängig. Wenn es so wäre, wäre der menschliche Organismus geradezu abhängig von cholesterinreicher Kost. Cholesterinarme Diäten wären dann lebensbedrohlich, mancher Rat der Ernährungsberatung geradezu mörderisch falsch. Doch sie schaden – Gott sei Dank – nicht oder nur wenig. Allerdings könnte eine solche Diät mit der Verbannung cholesterinreicher Nahrungsmittel zur Einschränkung der Kost und damit auch zur Gefahr eines Mangels an anderen wichtigen Stoffen führen. Nur nebenbei bemerkt gehörten cholesterinreiche Nahrungsmittel immer zur menschlichen Kost, sind also biologisch gesehen typisch für den Menschen.

Cholesterin ist Baustein jeder tierischen (menschlichen) Zelle. Hier ist das Cholesterin ein wichtiger Hilfsstoff, um in allen Membranen der Zelle (den dünnen Hüllen außen herum und um jedes Zellorgan im Inneren der Zelle) Stoff- und Informationsaustausch zu ermöglichen. Bildhaft erklärt dient Cholesterin als Mörtel um Fenster und Türen in den Mauern der Zelle zu verankern. Cholesterin verschleißt sich, so wie sich Fenster und Türen abnutzen. Jeder Zelle muss immer wieder Reparaturen an seinen inneren (Zellorganen) und äußeren Membranen ausführen und braucht ständig (in Abhängigkeit von der Beanspruchung der Zelle) Cholesterin. Wenn Zellen geschädigt werden durch Verletzungen, Infektionen oder bei schlechter Versorgung (Durchblutung und schlechter Blutfunktion) steigt der Cholesterinbedarf. Jeder Kranke, jeder Patient nach einer Operation oder Verletzung, hat einen erhöhten Umsatz an Cholesterin. Der Cholesterinspiegel im Blut steigt hier natürlicherweise an, wenn mehr selbstproduziertes Cholesterin den betroffenen Körperteilen zur Verfügung gestellt wird, als aktuell eingebaut werden kann.

Und dieses Cholesterin stammt oft nicht aus der Nahrung, da nicht selten Kranke und Operierte wenig Appetit haben oder auch wenig (meist „leichte“, fett- und cholesterinarme Kost) zu essen bekommen, sondern wird (aufwendig, wenn in Körperzellen selbst nötig) selbst hergestellt. Gesund werden ist schon schwere Arbeit.

Auch wenn der Körper wächst, brauchen die neu gebildeten Zellen immer Cholesterin in Massen. Der Sportler, der Schwerarbeiter, die ihre Zellen immer beanspruchen brauchen zur Regeneration Cholesterin. Wer körperlich fit ist bleibt in der Regel auch geistig fit. Auch Nervenzellen brauchen Cholesterin, um optimal zu funktionieren. Der Aktive hat deswegen nicht umsonst im Blut ein erhöhtes Angebot an Cholesterin. Er braucht doch auch mehr. Warum dann cholesterinarme Diät? Damit mehr mühevoll in den Zellen selbst hergestellt werden muss? Provokant gesagt: Nur träge Schlaffies – oder die, die es früher oder später werden wollen - essen cholesterinreduzierte Diät. Meist steht dem erhöhten Angebot eine erhöhte Aufnahme in die Zellen gegenüber – der Blutspiegel bleibt so konstant.

Cholesterin ist der Grundstoff, aus denen die sogenannten steroiden Hormone hergestellt werden. Vereinfacht kann man diese Hormone einteilen in

  • Sexualhormone, die die Fortpflanzung (Beispiel: bei Frauen Östrogene, bei Männern Testosteron) ermöglichen
  • Stresshormone, die auf die körperliche Leistungsfähigkeit steigernd wirken (Beispiel Cortisol)
  • Nierenunterstützende Hormone (Beispiel Aldosteron)

Diese Hormone wirken auf den Stoffwechsel ein, regulieren den Zucker- und Salzhaushalt, das Knochen- und Muskelwachstum, regulieren die Abwehr und bestimmen auch psychisches Befinden. Ohne Cholesterin keine solchen Hormone. Ohne Cholesterin keine Lebensqualität.

Damit der Mensch aus der Nahrung die Fette aufnehmen und verwerten kann, müssen diese im Darm entsprechend aufgearbeitet werden. Wichtiger Helfer bei dieser Fettverdauung ist die Gallenflüssigkeit. Hauptbestandteil der Gallenflüssigkeit ist wieder das Cholesterin.



©Pagel

Das für den Knochenaufbau wichtige Vitamin D braucht Cholesterin für seine Aufbaustufen.

Cholesterin findet man angereichert (als wichtige Substanz und nicht als Krankmacher!) in Nebennieren, Gehirn, Haut (ca. 24 % des Hautfettes), Milz, Eierstöcken und roten Blutkörperchen.


Der Cholesterin- Blutspiegel

Die Blutgefäße sind die Straßen, auf denen Cholesterin von den Herstellern zu den Verbrauchern transportiert werden. Da immer irgendwo Cholesterin gebraucht wird ist auch immer Cholesterin im Blut zu finden. Wie viel im Blut ist, wie hoch der Blutspiegel an Cholesterin ist hängt davon ab, wie viel ins Blut hineingegeben und wie viel zur gleichen Zeit entnommen wird. Ein höherer Blutspiegel deutet darauf hin, dass die Zellen relativ viel Cholesterin bestellen aber nicht so schnell das Cholesterin aufnehmen und/oder verwerten können, wie es geliefert wird. Das mehr Cholesterin angeboten wird, als gebraucht wird ist in der Biologie eher unüblich. Die Biologie kennt solche Verschwendung eigentlich nicht.

Um den Grund für einen Cholesterinerhöhung zu finden, muss deswegen bei den Verbrauchern gesucht werden, bei der Funktion und Leistungsfähigkeit der Zellen, nicht aber bei der Nahrung.

Bei der Erfassung des „normalen“ Cholesterinspiegels im Blut des Menschen werden „offenbar Gesunde“ untersucht. Dabei ist es in der Natur der Sache, dass Menschen unterschiedlichen Alters biologisch üblich unterschiedlich gesund sind, das bedeutet, dass ein älterer Mensch biologisch normal ist, auch wenn er gegenüber einem jüngeren mehr Verschleißerscheinungen zeigt. So etwas ist natürlich und nicht krank. Auch zwischen Frauen und Männern kann ein Unterschied in den Normalwerten natürlich sein und kein Krankheitszeichen.

Dann aber wurde aufgrund von Daten von Kranken, die angeblich wegen zu viel Cholesterin im Blut krank geworden sein sollen (z.B. Arteriosklerose), der Referenzbereich für Cholesterin neu definiert. Und viele Menschen sind danach zu den Kranken zuzurechnen, auch wenn sie nichts an Symptomen zeigen.

Natürlicher Weise unterliegt der Cholesterinspiegel großen unregelmäßigen Schwankungen, z.B. in Stresssituationen bis 60%.

Rick hat 1977 in seinem Lehrbuch „Klinische Chemie und Mikroskopie“ für das Gesamtcholesterin pro 100 ml Blutserum gefunden (warum sollte das heute nicht mehr gelten?):

unter 25 Jahre 120 – 280 mg
25 – 40 Jahre 160 – 300 mg
40 – 60 Jahre 180 – 330 mg
über 60 Jahre 200 – 350 mg.

Obwohl diese natürlichen „Normbereiche“ deutlich über 200 mg im 100 ml Blutserum liegen, hat irgendwer aus nicht wirklich nachvollziehbaren Gründen die Grenze, ab der an Krankheit gedacht werden muss auf 200 mg festgelegt. Ein Wert, der also natürlicherweise von vielen überschritten werden kann. So wurden viele „offenbar Gesunde“ zu Patienten. Inzwischen wurde (noch lange nicht von allen Ärzten und Heilpraktikern wahrgenommen) dieser Grenzwert auf 250 mg. angehoben.
Im Buch „Ernährungsmedizin“, herausgegeben von Biesalski e.a. von 1995 heißt es „Altersabhängig sind Plasmacholesterolspiegel bis ca. 260 mg% normal (Faustregel: 200 + Alter).“


Cholesterintagesbilanz

Über durchschnittliche Aufnahme und Verlust an Cholesterin schwanken die Angaben in der Literatur. Als Mittelwerte pro Tag seien hier genannt:

  • Aufnahme mit der Nahrung 500 – 800 mg
  • Eigenproduktion in Leber und Darm 400 – 1200 mg, abhängig auch vom Nahrungscholesterin
  • Über die Galle gehen zwischen 200 und 800 mg verloren
  • Haut und Schleimhautzellen die abgestoßen werden nehmen 50 bis 150 mg Cholesterin mit.


Die Aufnahme von Cholesterin aus dem Darm ist pro Tag auf 3 g begrenzt. Bei besonderes cholesterinreicher Nahrung im wird Verhältnis weniger Cholesterin aufgenommen als bei cholesterinarmer Kost. Die Resorptionsquote in Prozent nimmt bei größerem Angebot ab. Dabei wird die Aufnahmemenge an Cholesterin von anderen Nahrungsbestandteilen mit beeinflusst, so zum Beispiel von Ballaststoffen.

Besonderen Einfluss auf die Cholesterinresorption haben die steroiden Fette, die in Pflanzenzellen die Rolle des Cholesterins in den tierischen Zellen spielen, die Phytosterine (Sistosterin). Diese Phytosterine drängeln sich bei den Aufnahmemechanismen dem Cholesterin vor und vermindern so die Cholesterinresorption. Doch Cholesterinmangel tritt bei reiner Pflanzenkost nicht auf. Diese Phytosterine können relativ leicht in Cholesterin (in den verbrauchenden Zellen) umgebaut werden und treten so an die Stelle des Nahrungscholesterins.

Die Neubildung von Cholesterin in Leber und Darm steht unter dem Einfluss der Cholesterinaufnahme aus der Nahrung. Ein großes Angebot verringert die Neubildung. Ein Überangebot kann durch Steigerung der Gallebildung und Ausscheidung beantwortet werden. Meist ist dann für einen hinreichenden Verbrauch an Galle im Darm (wegen der fettreichen Nahrung) gesorgt. So ist ein Ausgleich biologisch vorgesehen.

Beim Hungern, das bedeutet Mangel an allen Nährstoffen (Baustoffe und Energieträger), sinkt die Cholesterineigenproduktion ebenfalls ab. Das überrascht nicht. Hier geht der Erhalt der Lebensfunktionen dem Wachstum und der Reparatur von Zellen vor. Alles was an Fetten und Eiweißen verfügbar gemacht werden kann wird in Brennstoff für die Zellkraftwerke umgewandelt und damit nicht in Acetat als Grundbaustoff für Cholesterin. Baustoff wird in solcher Notsituation biologisch üblich für den Brennstoff geopfert.



Cholesterintransport

Cholesterin ist nicht wasserlöslich und kann so im Blut nicht gelöst transportiert werden. Deswegen müssen Hilfsmittel für den Transport genutzt werden. Solche Hilfsmittel sind Bluteiweiße (Proteine). An Proteine gebunden können Fette jeder Art im Blut schwimmen. Solche fettbindenden Eiweiße sind die Lipoproteine.

Es gibt nur eine Sorte Cholesterin – das wird oft falsch dargestellt – kein gutes und kein böses. Was anders ist, das ist das Eiweiß, an dem es gebunden ist.

4 Transportformen/Eiweiße:

1. Beginnen wir im Darm: Hier werden alle Sorten von Fett aufgenommen und vor allem in den Lymphgefäßen abtransportiert. In diesen Ballen sich die Fette an einem Eiweißträger zu einem großen Klumpen, den Chylomikronen. Über die Hauptlympbahn (der wegen der milchig trüben Flüssigkeit Milch-Brust-Gang genannt wird) gelangen diese Chylomikronen ins Venenblut und werden über das Herz in den Körperkreislauf gebracht. Im Fettgewebe wird ein Teil der Fette, die Fettsäuren abgelöst und von den Fettzellen aufgenommen. Die nun deutlich kleiner gewordenen, teilweise entladenen Chylomikronen – Restpartikel (Remnants genannt) enthalten nun noch überwiegend Cholesterin und Reste von Triglyceriden und bringen dieses zur Leber. Nur die Leber kann diese aufnehmen.

2. Die Leber produziert einen Eiweißkörper genannt Very-Low-Density-Lipoprotein, kurz VLDL, an den sie Cholesterin und Triglyceride, beides zum Teil aufgenommen und auch je nach Bedarf selbst hergestellt, ankoppelt. Diese Komplexe aus Eiweiß, Triglyceriden und Cholesterin sind die VLDL-Lipid-Komplexe. Im Fettgewebe können die Triglyceride abgelöst werden und der Eiweißträger „umgepackt“ werden.


HDL R = HDL-Rezeptor
LDL R = LDL-Rezeptor
R R = Remnant-Rezeptor
Ch = Cholesterin
TG = Triglyceride
FS = Fettsäuren
©Pagel


3. Nun ist das Low-Density-Lipoprotein, kurz LDL (als das „böse“ Cholesterin zu unrecht beschimpft) entstanden, das zusammen mit dem Cholesterin den LDL-Cholesterin- Komplex bildet.

Die Körperzellen haben an ihrer Außenfläche Rezeptoren (Bindestellen) für diesen Eiweißkomplex. Sie können so das an LDL gebundene Cholesterin im ganzen Komplex aufnehmen.

Vereinfacht: LDL bringt Cholesterin zu den Verbrauchern (Zellen).

4. Die Leber produziert einen weiteren Eiweißkörper, das sogenannte High-Density- Lipoprotein, kurz HDL genannt (das angeblich gute Cholesterin). Dieses Eiweiß saugt Cholesterin geradezu an sich an, wo es Cholesterin finden kann und hält es an sich fest. Nur die Leber kann diesen HDL-Cholesterin-Komplex über Rezeptoren festhalten und aufnehmen, wenn sie Cholesterin benötigt. Für alle anderen Zellen ist er tabu.

Dieser Eiweißkörper sammelt das Cholesterin in den Geweben ein, in denen es aus Zellmembranen und geschädigten Zellen frei gesetzt wurde. Cholesterin, das im Darm aufgenommen und in die Pfortader abgegeben wurde, wird an solches HDL gebunden.

HDL bringt Cholesterin zur Leber und kann als schwimmender Speicher im Blut dienen. 


Copyright K.-U.Pagel 01.2017

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